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Interview mit WikiStage Gründer Johannes Bittel

WikiStage – Bildung im Videoformat?

 

Wessen Schulzeit ähnlich kurz zurück liegt wie meine, wird verstehen, dass das Internet als Quelle eine zweiseitige Medaille ist. Obwohl Fachartikel zu jedem Thema sofort verfügbar sind, fördert deren hochwissenschaftlicher Charakter einen potenziellen Wissensdurst ebenso wenig wie der meist routinierte, trockene Schulunterricht. Auf eine Möglichkeit, Expertenwissen in prägnanter und ansprechender Weise vermittelt zu bekommen, stoße ich erst heute: WikiStage.org ist eine kollaborative Videoplattform, die Bildung interessant gestalten will. Wie das funktioniert, erklärt Johannes Bittel.

    Herr Bittel, bitte stellen Sie sich einmal kurz vor!

Mein Name ist Johannes Bittel, ich komme aus Süddeutschland und bin der Gründer von WikiStage. Nach Abschluss meines Auslandsstudiums habe ich 2013 begonnen, mit meinem Team daran zu arbeiten, ein Netzwerk zum Austausch von Wissen und Ideen zu schaffen. 

    Wie funktioniert dieses Netzwerk? 

Ich glaube, dass heute sehr viele Menschen eine politische Meinung oder fachliches Wissen haben, die sie mit dem Rest der Welt teilen könnten. Dank dem Internet sind wir in der Lage weltweit zu kommunizieren, was uns hier jedoch fehlt, ist eine zentrale Plattform, die die Beiträge bündelt und in einem leicht zugänglichen Format präsentiert. Wir möchten über kurze Videos einen Ideenaustausch ermöglichen an dem jeder teilnehmen kann.

    Mit welchen Themen befasst sich dieser Austausch?

Wir sind ein Netzwerk von Konferenzveranstaltern, die jeweils unabhängig ein Thema für ihre Veranstaltungen wählen. Die Vortragenden geben dann ihre individuelle Perspektive zum jeweiligen Thema in ihrem “WikiTalk”; die Themenwahl erfolgt also durch die einzelnen Mitwirkenden.  Besonders populär sind aktuell etwa Unternehmertum, Kreativität und Glück, Beiträge zu Jazz oder Napoleon sind allerdings ebenso gefragt. 

    Was unterscheidet WikiStage von anderen Videoplattformen?

WikiStage dient als globale Diskussionsplattform, die es ermöglicht, kostenlos Wissen und Meinungen im direkten Austausch zu diskutieren und damit demokratische Debatten nicht nur in Parlamenten, sondern auf Ebene der Bürger stattfinden zu lassen. Im Vergleich zum anonymisierten Überfluss populärer Videoportale, bieten wir einen thematisch strukturierten Dialog, in dem jedem Besucher eine Stimme verliehen wird. Dabei ist uns der persönliche Austausch ebenso wichtig wie der digitale; auf den WikiStage Events werden nicht nur WikiTalks aufgenommen, sondern auch Menschen mit ähnlichen Interessen, Zielen und Passionen zusammengebracht. 

    Dem globalen Austausch steht nicht selten die Sprachbarriere im Weg. In welchen Sprachen findet er bei Ihnen statt?

Das Projekt ist erst seit kurzem in Deutschland aktiv, im Vordergrund standen bisher die englische und die französische Sprache. In Zukunft möchten wir die Inhalte auf Deutsch jedoch ausbauen.  Beiträge in anderen Sprachen sind uns ebenso willkommen, etwa so fand vor kurzem in Lima, Peru die WikiStage Weltbank-Konferenz auf Spanisch statt.

    Was kann WikiStage bewegen?

Ich finde, jedes einzelne Video verändert schon etwas, wenn es nur einigen Zuschauer hilft, ein Thema besser zu verstehen oder sich eine eigene Meinung zu bilden. Die WikiStage Events geben Menschen, die etwas zu sagen haben, eine Bühne, von der aus sie ihr Wissen nicht nur mit Anwesenden einer Konferenz, sondern mit der ganzen Welt teilen können. 

Mit jeder Veranstaltung tragen wir ein kleines Stück dazu bei, dass Menschen etwas dazu lernen, ihren Horizont erweitern und Stück für Stück eine informiertere, interessiertere und demokratischere Gesellschaft entsteht.

    Gibt es Potenzial damit auch auf politischer Ebene mitzuwirken?

Unsere Hoffnung ist, dass die Sammlung von Expertenwissen und -meinungen sowie das Zusammenkommen verschiedener Interessengruppen zum selben Thema auch das Interesse politischer Entscheidungsträger wecken wird, die mithilfe der populärsten Videos die Meinung der internationalen Gemeinschaftkennen lernen können.

    Können Sie sich vorstellen, direkten Einfluss auf die Bildung in deutschen Schulen zu nehmen?

Auf der einen Seite können die von uns angebotenen Expertenvideos leichterdings als kurzes und verständliches Material in den Unterricht integriert werden.  Andererseits ist es heutzutage wichtiger als je zuvor, öffentlich sprechen und mittels einer Präsentation überzeugen zu können, das ist eine Kompetenz, die meiner Ansicht nach auch in der Schule unterrichtet werden sollte. Zur Gestaltung von Kursen bieten wir gerne unsere Unterstützung an, zum Beispiel hat an einer Pariser Universität kürzlich eine Gruppe von Studenten anstelle eines Examens einen WikiTalk gehalten.

Nicht nur unserem Schulunterricht wird also zukünftig etwas mehr Farbe verliehen, sondern jeder von uns kann, unabhängig von Alter oder Nationalität, auf dieser Plattform mehr verstehen, Neues entdecken und seine eigene Meinung einbringen. Das Start-Up macht einen Unterschied, getreu Bittel’s Motto „Let’s make a difference!“

 

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